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Empfohlene Marschetappen für die Portage:
Der Ausgangspunkt für die Portage ist leicht zu finden. Etwa 50 km nach der Ogilvie Bridge verlässt der
Ogilvie River, der bis zu dieser Stelle mehr oder weniger parallel zum Dempster Highway verläuft, diesen,
und wendet sich nach Osten. Dieser Punkt liegt etwa 7 km nördlich eines Airfields auf der rechten Seite
des Highways, welches gut gekennzeichnet ist.
An dieser Stelle unterquert ein Bach, der immer Wasser führt, den Highway von West nach Ost.
Hier beginnt der Highway in nördlicher Richtung anzusteigen. Oberhalb der Baumgrenze, nach etwa 6 km,
sieht man links das große Schotterdepot des Straßenbaus liegen. Etwa 100 Meter weit führt ein Schotterweg
zur Westseite des Depots, und genau dort liegt der Ausgangspunkt für die Tour und damit der Beginn der Portage
hinunter in die fernen Täler. Von hier aus blickt man, über einen flachen halblinks liegenden baumlosen
Bergrücken hinweg, in vier westlich liegende Täler. Etwa 100 Meter halbrechts ist der erste kleine Einschnitt
zu finden, der bereits Wasser führt. Alle Wasser, die hier in westliche Richtung talwärts fließen, landen
letztendlich im Porcupine River, denn hier oben auf dem Hochplateau befindet sich die Wasserscheide. Folgt
man nun diesen Rinnsalen durch die nächsten 3 Täler, kommt man zwangsweise an paddelbares Fließgewässer.
Es ist ratsam, diese Rinnsale nicht großräumig zu verlassen, da sie die Versorgung mit Trink- und
Gebrauchswasser für die kommenden Tage sichern. Das 4. und letzte Tal beherbergt schließlich einen paddelbaren
Bach von bereits 5 bis 10 m Breite, der bis hinunter zum Whitestone River führt, in der Karte jedoch ohne
Namen zu finden ist. Mit dem Fernglas ist dieser Bachlauf an einer Reihe auffallend hoher Fichten zu erkennen,
welche seine Ufer säumen. Die davor liegenden 3 Talbäche sind nicht befahrbar, führen jedoch oft für wenige
Meter Wasser, so dass kurzes Treideln möglich ist. Die Gesamtstrecke bis zum 4.Tal, also bis zum ersten,
echten Paddelwasser, liegt etwa bei 12 km. Eine gut trainierte Truppe kann diese Strecke (je nach Ausrüstung)
in 3 bis 6 Tagen schaffen (wir hatten 4 Rucksäcke a. 25 kg, das Kanu und Gewehre dabei, mussten jede Strecke
also 5 Mal gehen und benötigten daher 7 Tage). Es ist empfehlenswert die einzelnen Tragestrecken im Abstand
so zu legen, dass möglichst nicht mehr als 200 Meter zwischen ihnen liegen, sonst läuft man Gefahr, dass
eventueller Bärenbesuch die Lebensmittelplanung für die nächsten 4 Wochen durcheinander bringt. Da es in dieser
Wildnis keinen ausgetretenen Trail gibt, ist es zudem dringend empfehlenswert die jeweiligen Hinundherstrecken
mit orange leuchtenden Jäger-Bändchen (in Kanada bei jedem Outfitter zu bekommen) zu markieren. So findet
man schnell von Punkt zu Punkt und vertut seine kostbare Zeit nicht mit nutzloser Trailsucherei. Empfehlenswert
sind hüfthohe Gummistiefel für die Feuchtpassagen.
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Touranfang, auf der Wasserscheide
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1. Etappe:
Vom Ausgangspunkt an der Bergkuppe ist das Gelände hinunter ins Tal für etwa einen Kilometer recht gut und
relativ leicht zu begehen, da sich weder Bäume noch sonstige Hindernisse dort befinden. Nach dieser Stecke
muss man nach rechts hinüber auf einen ziemlich steilen Hang wechseln, der sehr dicht mit Sträuchern und
Bäumen bewachsen ist. Es ist jedoch sinnvoll, sich möglichst dicht an dem tiefeingeschnittenen Bächlein zu
halten, welches oft kaum sichtbar, doch wenigstens hörbar, etwa handbreit den Hochmoorboden in einer Tiefe
von etwa 50 cm durchschneidet. Nach etwa 3 km liegt linksseitig eine offene Fläche, welche hauptsächlich von
Moos und Gras bewachsen ist. Sie kann nicht verfehlt werden, da sie gut sichtbar und auch schon von oben, dem
Ausgangspunkt der Tour, als grünes, freies Areal auszumachen ist. Wenn man nicht im dichten Wald kampieren will,
ist dieses die einzig akzeptable Lagermöglichkeit, obwohl der Boden ziemlich feucht und mit zahlreichen Mulden
versehen ist, welche durch die typischen Moorgrasbüschel (sogenannte "Niggerheads") entstanden sind.
Für 3 bis 4 Zelte finden sich jedoch halbwegs vernünftige Lagerplätze. Das Baumwerk ringsherum ist zwar bis zu
100 Jahre alt, in der Regel jedoch nicht höher als 1 bis 3 Meter (Permafrost). Das tief eingeschnittene Bächlein
befindet sich in unmittelbarer Nähe und führt auch in den warmen Sommermonaten gutes Trinkwasser.
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Durch den Busch
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2. Etappe:
In diesem Fall ist es nun besser das Bächlein zu überqueren und ihm nicht weiter zu folgen,
sondern schräg in Richtung des zweiten Tals zu marschieren. Man gelangt dabei schon nach knapp
einem Kilometer auf eine sogenannte Cutline (Schneise). Man folgt dieser gut begehbaren Waldschneise solange,
bis sie den Bach wieder erreicht hat. Da auf dieser Strecke die Orientierung relativ leicht ist, ist das
Markieren des Weges mit Bändchen nicht vonnöten. Dieser Kreuzungspunkt ist gut geeignet als 2. Lagerplatz.
3. und 4. Etappe:
Beide Etappen verlaufen auf der weiterführenden Cutline bis zum Ende des Tals, doch ist
die Stecke von der Orientierung her zwar nicht so schwierig wie die Anfangspassage, birgt jedoch durch
"Niggerheads", Sumpfpassagen und Wurzelwerk die Gefahr eines Knöchel- oder Beinbruchs.
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Danny Hildebrand
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5. und 6. Etappe:
Am Ende des 2. Tales endet nun die Cutline. An dieser Stelle schneidet eine neue Schneise im
rechten Winkel den Weg. Folgt man dieser Linie in westlicher Richtung, erreicht man das 3.
Tal und bald darauf einen Punkt, wo der nun zunehmend größer werdende Bach an einen steilen
Berghang herankommt. Ab hier sollte man das Bachbett nicht mehr verlassen, sondern es als
feuchten Trail stromab benutzen (Gummistiefel). Es ist eine etwa 3 km lange Strecke, die zwar
äußerst schwierig, jedoch wesentlich leichter zu bewältigen ist, als der nahezu undurchdringliche
Urwald der näheren Umgebung. Durch Biberdämme und andere Verblockungen staut sich das Wasser hin
und wieder so auf, dass das Kanu für einige Meter zum Schwimmen gebracht werden kann (oh Freude)!
Durch querliegende Baumstämme ist es jedoch zwangsweise erforderlich, das Bachbett öfter für kurze
Zeit zu verlassen. Der Bach, dessen Bett nun schon mehrfach die Breite von bis zu 10 Metern
erreicht hat, bietet auf zunehmenden Sandbänken gute Lagerplätze für die Nacht. Vollkommen
überraschend kommt dann die Mündung dieses Creeks in den großen Bach unter den großen Bäumen,
der durch das 4. und letzte Tal der Laufstrecke fließt und schon als Flüsschen bezeichnet werden
kann. Dieses Flüsschen, welches nun hinunter bis zum Whitestone River führt, ist bis zu 10 Meter
breit und kann, mit wenigen Ausnahmen und entsprechender Vorsicht, hervorragend bepaddelt werden.
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Lagerfeuer am Whitestone River
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Flussfahrt:
Das Paddeln in diesem namenlosen Fluss ist abwechslungsreich und relativ einfach.
Ruhiges, tiefes Wasser wechselt sich ab mit flachen, schnellen Passagen, Presswasser,
Kehrwassern und engen Kurven, ist jedoch ohne Stromschnellen. Besonders achten muss man auf
plötzlich auftauchende Hindernisse wie überhängende Bäume und Büsche (Sweeper). Das Wasser ist
glasklar, und es gibt zahlreiche Sandbänke mit guten Lagerplätzen. Fische gibt es reichlich:
Äsche (Arctic Grayling), Shefish, Hecht und Wels). Die, auf der Karte eingezeichneten Nebenbäche
können ausgetrocknet sein, die letzten beiden, kurz vor der Einmündung in den Whitestone River
allerdings (links und rechts), bieten sehr gute Angelmöglichkeiten. Dieser Punkt ist nach etwa
50 Kilometern erreicht. An der Einmündung in den von links kommenden Whitestone River, gibt
es ein starkes Kehrwasser, welches jedoch problemlos passiert werden kann. Links, also von
der Mündung stromauf, befindet sich eine kilometerlange Sandbank, die hervorragende Lagermöglichkeiten
bietet. Angeln im Mündungsbereich ist vielversprechend (Shefish).
Bis zur Einmündung in den Miner River sind es nun noch etwa 120 Flusskilometer. Der, an sich
harmlos dahinfließende, Whitestone River ist streckenweise doch rasant, ebenfalls glasklar und
macht durch die weißen Steine auf dem Flussgrund seinem Namen alle Ehre. Stromschnellen gibt
es auf der ganzen Strecke nicht. Lediglich einige unübersichtliche und schnelle Kurven mit
entsprechenden Kehrwassern und diverse Log Jams mahnen zur Vorsicht. Ende Juli findet man an den
Waldrändern Himbeeren und Johannisbeeren in Hülle und Fülle. Außerdem gibt es alle Arten von
Bodenfrüchten wie Moos- und Heidelbeeren sowie hervorragende Pilze. Der Fluss ist voll mit Fischen.
Um Hechten mit abgerissenen Angelhaken im Maul einen qualvollen Tod zu ersparen, benutzt man grundsätzlich
ein Stahlvorfach (der Hecht hat messerscharfe Zähne), auch wenn man auf Äschen geht (sie beißen trotzdem)!
Der Fluss bietet auf seiner gesamten Strecke ausgezeichnete Lagerplätze mit ausreichend Feuerholz.
Wilder Schnittlauch, auf vorwiegend blitzsauberen Sandbänken, rundet die abendlichen Mahlzeiten ab.
Die übersichtlichen Sandbänke sind aus mücken- und bärentechnischen Gründen als Lagerplätze empfehlenswert.
Einmündende Bäche sind oft schwer zu entdecken, da sie häufig, für den Paddler unsichtbar, in tote
Arme einmünden und im Sommer wenig Wasser führen.
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Hechte reichlich
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Das in der Karte eingetragene Whitestone Village besteht nicht mehr. Knapp oberhalb der ehemaligen
Siedlung stößt man auf ein paar verfallene Blockhütten. Kurz vor der Einmündung in den Miner River
befinden sich einige Inseln in dem nun breiteren Flussbett, so dass sich mehrere Kanäle gebildet haben.
Bei Niedrigwasser kann es daher schwierig sein, die richtige Passage mit ausreichend Wasser unter dem
Kiel zu finden. Der Miner River entspringt wie der Whitestone River in den Ogilvie Mountains, ist
daher genau so klar und kommt mit einer starken Strömung von links herangeschossen. Ab hier heißt
der Fluss nun Porcupine River. Die riesige Sandbank in der Einmündung taugt wegen ihrer großen
Steine nicht als Lagerplatz, man findet jedoch etwa 3 km weiter stromab, kurz vor der Einmündung des
Cody Creeks, auf der linken Flussseite eine ebenso große Sandbank mit hervorragenden Lagerplätzen
und guten Angelmöglichkeiten auf Graylings.
Der Porcupine River wird nun ständig breiter und die Strömungsgeschwindigkeit verringert sich zusehends.
Das Wasser bleibt klar. Die Angelmöglichkeiten beschränken sich mehr und mehr auf Hechte, welche
allerdings reichlich vorhanden sind. Etwa 8 km oberhalb der Einmündung des Little Porcupine R.
steht ein relativ gut erhaltenes Cabin der Old-Crow-Indianer am hohen, rechten Ufer und ist nur ganz
selten von ihnen bewohnt. Auf der nachfolgenden Flusstrecke gibt es noch mehrere Cabins, die
jedoch verfallen und nicht einmal mehr als Not-Camps geeignet sind. Für die Weiterreise von
dem Camp der Old-Crow-Indianer sollte man frühzeitig aufbrechen, da die folgende Tagesstrecke
nur nasse grüne oder schlammige Uferstücke, jedoch keine geeigneten Sandbänke zum Lagern bietet
und die Suche erst sehr spät abends zum Erfolg führen kann.
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Caribous an der Bell-River-Mündung
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Vor der Einmündung des Bell Rivers steht rechts auf dem hohen Ufer ein ganz passables Cabin.
In der Regel wird der Fluss ab hier nun trübe, da der einmündende Bell River meistens sehr viel
Sediment aus den Eagle Plains herantransportiert. Mitte August kann man in diesem Bereich oft größere,
nach Süden ziehende, Caribou-Herden beobachten. Von hier bis Old Crow findet man ausreichend gute
Lagerplätze am Fuße der sanften Hügelketten, die den Fluss jetzt auf viele Meilen begleiten. Auch
Sandbänke sind in ausreichender Menge vorhanden, doch sollte man tunlichst vermeiden in unmittelbarer
Wassernähe zu zelten, da der Porcupine River durch Regenfälle in den Quellgebieten für sein
plötzliches Ansteigen (bis zu einem Meter) hinreichend bekannt ist. Bis Old Crow hinunter
begegnet man nun immer mal wieder indianischen Einwohnern des Ortes, die auf der Jagd sind und
auch die gelegentlichen Cabins an beiden Seiten des Flusses bewohnen. In Old Crow kann man sich
problemlos mit kleinen Propellermaschinen ausfliegen lassen. Die Kanus jedoch müssen vor Ort bleiben.........
ENDE
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